Disability Studies

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Inklusion, Teilhabe und Teilnahme aller gesellschaftlichen Gruppen am öffentlichen Meinungsbild bildet die Grundlage einer demokratischen Gesellschaft. Personen mit mentalen und physischen Einschränkungen benötigen dabei der Hilfe durch solche ohne Einschränkungen. Im Miteinander entsteht ein gegenseitiges Geben und Nehmen auf gleicher Augenhöhe. Auch die wissenschaftliche Forschung in Theologie und Missiologie muss sich diesem inklusiven Ansatz stellen, will sie nicht einseitig und paternalistisch sondern dynamisch und gesellschaftsrelevent bleiben.

Disability Studies ermöglichen es Forschern mit und ohne Einschränkungen über missiologisch-theologische Fragestellungen gemeinsam zu diskutieren und biblische Inhalte aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten.

Gleichberechtigung – Inklusion (noch) nicht im olympischen Sport!

Wenig bekannt ist, dass die Paralympics, also die globale Sportveranstaltung von Menschen mit Einschränkungen bis heute nicht vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC-Lausanne) getragen wird. Das IOC hat seit 1968 eine eigene wenig bekannte Olympiade für Menschen mit mentalen Einschränkungen begründet. Diese „Special Olympics“ finden ebenfalls vierjährlich, versetzt zu Olympia statt. Erst seit einem Jahr haben das IOC und das paralympische Komitee (IPC-Bonn) ein Abkommen unterzeichnet sich wenigstens zu unterstützen, jedoch zeigt der Fall Oscar Pistorius, dass die bürokratischen Barrieren für Menschen mit Einschränkungen sehr hoch sind um vom IOC anerkannt zu werden. Das IOC hat sich in der Vergangenheit bewundernswerterweise über alle Rassenideologien (z. B. Berlin 1936) oder den Ausschluss von Minderheiten (sexuelle Orientierung, Geschlechterzugehörigkeit etc.) hinweg gesetzt, jedoch bleiben Menschen mit Einschränkungen bis heute ganz gezielt außen vor. In Sachen Inklusion wäre die völlige Integration mindestens der paralympischen Spiele ein längst überfälliges Zeichen.